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UNESCO-Club Türkei Studienfahrten: Exemplarischer Entwurf Plan für eine Studienfahrt mit Schülerinnen und Schülern der Bismarckschule Hannover im Jahr 2001 (ausgefallen) Überblick über ein mögliches Standardprogramm zum Kennenlernen der Türkei: Ablauf, Organisation und übliche Reisebedingungen UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V. Am Beispiel der stornierten Türkeifahrt Herbst 2001Die vom Fr., 5.10.01, – Di., 16.10.2001 geplante Türkei-Studienfahrt der Bismarckschule Hannover konnte wegen mehreren Erkrankungen in der Reisegruppe nicht realisiert werden und wurde beim Reisebüro storniert. Die vorbereitenden Informationen und Reisebedingungen können jedoch als Standard für die Planung von Türkei-Reisen benutzt werden. Informationen für die Reiseteilnehmer und ReiseteilnehmerinnenTürkische Orteİstanbul ist seit zwei Jahrtausenden eine der großen Metropolen der Welt, als Byzanz und Konstantinopel Hauptstadt Ostroms und Zentrum des griechisch-orthodoxen Christentums, als Istanbul seit 1553 Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Alle Epochen haben ihre baulichen Spuren neid dieser Stadt, die heute mehr als 12 Millionen Einwohner zählt, hinterlassen. Bauwerke wie die Hagia Sophia aus dem 5. Jahrhundert u.Z., der Sultanspalast Topkapı Saray, die großen Moscheen Sultan Ahmed Camii und Süleymaniye Camii, aber auch der Große Bazar gehören zu den weltberühmten Denkmälern und touristischen Sehenswürdigkeiten, die alleine schon eine Reise lohnen. Doch auch das moderne Istanbul, heute das wichtigste industrielle und gewerbliche Zentrum der Türkei, ist ein beeindruckendes urbanes Erlebnis. Die in der Altstadt nahe dem Großen Bazar in einem palastähnlichen alten Gebäude gelegene İstanbul Lisesi, seit 1985 die türkische Partnerschule der Bismarckschule Hannover, ist eines der angesehensten Gymnasien der Türkei. Als bilinguale Schule werden vor allem die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer in deutscher Sprache unterrichtet. Die Istanbul Lisesi ist seit einiger Zeit ebenfalls eine UNESCO-Projekt-Schule und pflegt intensiv Partnerschafts- und Austauschprogramme mit einer großen Zahl deutschsprachiger Schulen. Ankara wurde mit der Gründung der Türkischen Republik nach dem Ersten Weltkrieg durch ihren ersten Staatspräsidenten Kemal Atatürk zur Hauptstadt erhoben. Durch die zentrale Lage in Anatolien präsentiert sich die Türkische Republik als moderner Staat und als Brücke wischen Ost und West. Die heute auf mehr als 8 Millionen Einwohner angewachsene Stadt ist vor allem ein modernes Verwaltungszentrum mit großzügigen Straßenzügen und internationalen Geschäftsvierteln. Doch ist Ankara auch eine sehr alte Siedlung, die bis auf die altorientalische Hethiterzeit zurückgeht. Bauliche Überreste von Angora bzw. Ankyra finden sich aus hellenistischer und römischer Zeit, z.B. der Tempel des Augustus und der Roma, und vor allem im Burgbezirk (Kahle) aus der Zeit des Osmanischen Reiches. Sehenswert ist das Mausoleum des Staatsgründers Atatürk, das auf einem begrünten Hügel über der Stadt liegt und als nationales Ehrenmal dient. Hattuşa, heute Boğazköy, nordöstlich von Ankara, war im Altertum Hauptstadt des Hethiterrreiches. Die noch längst nicht abgeschlossene archäologische Ausgrabung erschließt eine von mächtigen Mauern umgebene antike Großstadt mit öffentlichen Gebäuden, Tempeln und großen Wohnbezirken. Die mit Skulpturen geschmückten verhaften Steintore weisen Parallelen zur zeitgleichen Mykänischen Kultur in Griechenland auf. Kappadokien ist eine der natur- und kulturgeographisch reizvollsten, ja spektakulärsten Landschaften der Türkei und wohl einmalig auf der Welt. Zehntausende vulkanische Tuffkegel, im Tertiär durch Ausbrüche der Vulkane Erciyes Dağı und Hassan Dağ entstanden, schaffen eine tief zerfurchte fast unwirklich erscheinende Landschaft, in deren Tälern Obst-, Gemüse- und Weinanbau zu finden sind. Bis heute graben die Menschen der Dörfer Kappadokiens Wohnhöhlen in den weichen Tuff. Die ältesten Höhlensiedlungen stammen aus der Bronzezeit (Zelve). Berühmt sind vor allem die schmuckvoll ausgemalten frühchristlichen Höhlenkichen und -klöster bei Göreme. Aber auch große unterirdische Städte wurden im Laufe der Jahrhunderte als Fluchtorte vor feindlichen Eroberern in das Tuffgestein geschnitten wie in Özkonak oder in der sieben Stockwerke in die Erde gegrabenen unterirdischen Stadt Derinkuyu, in der mehrere Tausend Bewohner Zuflucht finden konnten und die erst vor wenigen Jahren wieder entdeckt wurde. Der Große Salzsee, Tuz Gölü, im Zentrum Anatoliens ist ein für aride Klimate typischer intramontaner, d.h. abflußloser Salzsumpf, der in der Sommerhitze immer weiter austrocknet und weite Salz- und Salztonflächen hinterläßt. An den Rändern der offenen Wasserflächen finden wir eine eigentümliche Vegetation von blühenden Halophyten (Salzliebenden Pflanzen), die den Vögeln, z.B. großen Flamingoschwärmen, Zuflucht und Nahrung bieten. Am Rande des Tuz Gölü führen seit der Antike große Handelsstraßen entlang, die an das Netz der persischen Königstraßen und an die Seidenstraße angeschlossen waren und diese mit der Ägäis und dem Mittelmeer verbanden. In der Zeit der Seldjuken im 12. bis 14. Jahrhundert sicherten die Sultane von Konya diese Handelsrouten durch besfestigte Karawansereien, die in Tagesreisenabstand gelegen Karawanen und Pilgern Schutz, Unterkunft, Verpflegung und einen Gebetsraum zur Verfügung stellten. An der bestens restaurierten Karawanserei Sultanhanı bei Aksaray ist großartige Steinschnitzkunst zur Verzierung der Portale zu bewundern. Zentrum der seldjukischen Kunst und Macht war Konya. In dieser Zeit gründete der Philosoph und Dichter Djelladin Rûmî hier den islamisch-mystischen Orden der „Tanzenden Derwische“, die einen spirituellen und dabei weltoffenen und liberalen Islam verbreiteten. Dieser „verehrte Lehrer“, Mêvlâna, wurde am Ort seines Wirkens begraben. Die „Tekke“ des Mêvlâna mit ihrem grünen Zeltdach wurde zum Wahrzeichen Konyas. Sie ist heute nicht nur Museum sondern weiterhin Pilgerstätte für viele Muslime und auch Mystiker aus anderen Kulturkreisen. Neben dem Mêvlâna, wie heute auch das Gebäude selbst genannt wird, finden wir in Konya wichtige Bauwerke aus der Seldjuken-Zeit – die Âlâeddin Camii, die Ince Menare und die Karatay Medrese –, die zum UNESCO-Welterbe der Kultur zählen. Seit dieser Zeit ist Konya ein geistiges, islamisches Zentrum der Türkei und gilt daher als eher konservative Stadt. Hier wurde schon vor Jahrzehnten die erste islamistische Stadtregierung gewählt, was auch als Protest gegen die Übermacht Ankaras und Istanbuls zu werten ist. Bemerkenswert ist aber, daß Konya mit seinen ca. 500.000 Einwohnern heute eine der modernsten und städtebaulich gepflegtesten türkischen Städte ist. Elendsviertel (Gecekondus) wie in den Metropolen gibt es hier nicht; die Stadt ist heute eher wohlhabend. Im letzten Jahrzehnt wurde ein umfangreiches kommunalpolitisches Erneuerungsprogramm mit dem Bau einer Stadtbahn, der Errichtung einer ökologischen Kläranlage, der Erneuerung der Trinkwasserversorgung und mit einem umfangreichen Programm zur Nutzung der Solarenergie in den Wohnhäusern zur Warmwasser- und Stromerzeugung durchgeführt. Dabei spielten gute Kontakte zu deutschen Hochschulen und Firmen eine große Rolle. Konya kann für uns willkommener Anlaß sein, sich neue Gedanken über die Möglichkeiten der Modernisierung in einem „Schwellenland“ wie der Türkei vor dem Hintergrund seiner traditionellen Kultur zu machen. Südlich von Konya am Rande des wild-romantischen Taurus-Gebirges auf dem Weg zur Mittelmee- und Touristenstadt Antalya liegt die Ausgrabungsstätte einer der ältesten städtischen Siedlungen der Menschheit, das steinzeitliche Çatal Hüyük. Die wichtigsten Funde können in Ankara im „Hethiter-Museum“, dem Museum der anatolischen Kulturen, bewundert werden. Literaturempfehlung: »geographie heute«, Themenheft Türkei, März 2001 (u.a. mit einem Aufsatz über Konya und die „islamische Wirtschaft“). Programmentwurf
Die Reisedaten sind geplant unter dem Vorbehalt ReisebedingungenAn der Reise teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der Bismarckschule Hannover aus allen Klassenstufen. Die Teilnehmerzahl sollte 25 nicht übersteigen. Über die Teilnahme entscheiden Herr Fuchs und Herr Voigt in Absprache mit der Schulleitung. Die Türkei-Studienfahrt ist eine Schulveranstaltung im Rahmen der Arbeit der UNESCO-Projekt-Schule und der Schulpartnerschaft mit der Istanbul Lisesi. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in der Schule als temporäre Türkei-Arbeitsgemeinschaft zusammengefaßt. Für die Türkei-Studienfahrt gelten alle Bedingungen von Schulveranstaltungen. Die Leitung der Studienfahrt übernehmen Herr Fuchs und Herr Voigt. Die Reiseorganisation und die publizistische Auswertung übernimmt der UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V. Der Transport erfolgt durch Charterflug und in der Türkei mit einem angemieteten Reisebus. Für die Programmgestaltung wird ein türkisches Reisebüro beauftragt. Die Unterkunft erfolgt in preiswerten Hotels, i.d.R. in Zwei- bis Dreibettzimmern. Die Verpflegung wird als Halbpension (= Frühstück und eine warme Mahlzeit pro Tag) gebucht. Wir rechnen mit Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung und Programm von etwa 1.200,-- DM. Dieser Preis kann bei der derzeitigen Wechselkurslage durchaus unterschritten werden. Information und Anmeldung bei Herrn Fuchs oder Herrn Voigt. In den Herbstferien 2001 bieten wir eine Reise in die Türkei an mit dem regionalen und inhaltlichen Schwerpunkt Istanbul und Zentralanatolien. Die Bismarckschule Hannover hat im Rahmen ihrer Abreit als UNESCO-Projekt-Schule seit 1985 kontinuierlich Kontakte mit der Türkei aufgebaut, eine Schulpartnerschaft mit der Istanbul Lisesi begründet und regelmäßige Reisen mit Schülerinnen und Schülern in die Türkei veranstaltet. Die Türkei ist ein beliebtes Reiseland, das eindrucksvolle touristische, geographische, historische und politisch-aktuelle Erfahrungen und Erlebnisse garantiert und in dem recht preiswert interessante und angenehme Programme veranstaltet werden können. Seit Anfang an bemühen sich vor allem auch Herr Fuchs und Herr Voigt – nach mehr als zehn Reisen in dieses Land – um die Gestaltung eines Arbeitsschwerpunktes »Türkei« an unserer Schule.
Beide stehen für
Informationen ebenso wie für Anmeldungen Informationsblatt für Schülerinnen und Schüler der Bismarckschule Hannover 2000 Autoren und Herausgeber: Günter Fuchs und Gerhard Voigt Verantwortlich für die Internet-Publikation (durchgesehen): Gerhard Voigt, OStR i.R., 2008/2009 |
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KompetenzFokus Interkulturelle
Kommunikation:
Stand: 20.03.2010 - bismarckschule.voigt@gmx.de Verantwortlich: Gerhard Voigt, Oberstudienrat i.R. Versitzender des Verbandes der Politiklehrer e.V., Hannover
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